Raum für Kreative: Das Atelierhaus Prenzlauer Promenade erhalten

Veröffentlicht am 16.02.2013 in Kultur

Roland Schröder, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Grünanlagen

Das Atelierhaus Prenzlauer Promenade soll erhalten bleiben - klare Position für Künstlerinnen und Künstler hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen in Pankow mit diesem Entschluss ergriffen. Das Bezirksamt soll diese Position gegenüber Senat und dem Liegenschaftsfonds durchsetzen, beschloss das Gremium am 14.02.2013 in einem Antrag. „In Berlin gibt es immer weniger bezahlbaren Atelierraum und durch die Mietpreisentwicklung in Pankow wird auch hier die Luft knapp. Deswegen setzen wir uns dafür ein, die ehemalige Akademie der Wissenschaften weiterhin für über 70 Künstlerinnen und Künstler als Atelierhaus zu nutzen“, so der Ausschussvorsitzende Roland Schröder.

Das Atelierhaus soll erhalten bleiben und die Ateliernutzung ausgeweitet werden. Eine Förderung durch das Atelierprogramm der Stadt Berlin soll geprüft werden. Für das Areal an der Prenzlauer Promenade und Arnold-Zweig-Straße soll ein Nutzungskonzept und ein geeigneter Träger unter Einbeziehung der Künstlerinnen und Künstler gesucht werden. Denkbar ist es, Teile des Hauses oder das Grundstück für eine Kita zu nutzen. Durch Wohnungsneubau in der Umgebung besteht ein Bedarf, den der Bezirk prüfen soll. „Das Atelierhaus ist ein Bürogebäude mit Mittelgangerschließung. Um dort eine Wohnnutzung zu ermöglichen, sind umfangreiche Umbauten notwendig. Eine Kita dürfte wesentlich einfacher integrierbar sein.“

Die Frage, wo Wohnraum entstehen soll, ist in letzter Zeit immer wieder Thema in der Bezirksverordnetenversammlung. „Der Bezirk hat seine Hausaufgaben gemacht. Es gibt genug mögliche Flächen für Wohnungsbau, es gibt keine Nutzung, bestehende Strukturen zu zerschlagen. Gerade durch die Nähe zur Kunsthochschule in Weißensee und die Möglichkeit der Künstlerinnen und Künstler zum gegenseitigen Austausch hat der Standort eine positive Strahlkraft auf die Kulturszene im Bezirk.“ fasst Roland Schröder, Vorsitzender des Ausschusses Stadtentwicklung und Grünanlagen in Pankow, die Situation zusammen.

Das Atelierhaus ist ein Plattenbau, in dem vor der Wende die Akademie der Wissenschaften untergebracht war und das sich inzwischen in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand befindet. Der Bezirk hat das Gebäude 2006 in das Treuhandvermögen des Liegenschaftsfonds Berlin (LFB) übertragen. Als Zwischennutzung vermietete der LFB die Räume als Atelierräume. Durch die steigenden Mieten in Berlin sind immer mehr Atelierräume gefährdet, unter anderem an der Gerichtsstraße, am Nonnendamm und Alt-Lietzow, an der Axel-Springer-, der Kyffhäuser und der Sigmaringer Straße sowie am Hohenzollerndamm.

Die Frage, wo Pankow wachsen soll und wo nicht, ist gerade ein zentrales Thema der Bezirkspolitik, zuletzt bei der Frage, ob Kleingärten als Wohnbaupotentialflächen angesehen werden sollen. „Die Haltung des Bezirks ist klar: Pankow wird wachsen, aber das wird nicht durch die Zerschlagung genau der gewachsener Strukturen erfolgen, die Pankow erst lebenswert machen.“ stellt Roland Schröder fest.